UK: Alle Ein- und Ausreisen sollen für 10 Jahre gespeichert werden
Die britische Regierung baut eine Datenbank mit Reisedaten sämtlicher ein- und ausreisenden Personen auf. Dies berichtete zuerst die Times.
In der Datenbank sollen alle ca. 250 Millionen jährlichen Reisebewegungen erfasst und für einen Zeitraum von 10 Jahren gespeichert werden. An Informationen sollen Name, Adresse, Telefonnummer, Reisepläne, Sitzreservierungen und Kreditkarten-Informationen gespeichert werden. Die Daten sollen auch mit Informationen der Sozialbehörden, der Polizei und des Geheimdienstes MI5 abgeglichen werden.
Phil Woolas, der für Immigration zuständige Minister, begründete die Pläne mit der der Abwehr von Terrorismus, Kriminalität und illegaler Immigration: "Das Vereinigte Königreich hat eine der härtesten Grenzen in der Welt und wir sind entschlossen, dafür zu sorgen, dass es so bleibt. Unsere High-Tech-Grenzkontrollsysteme werden es uns ermöglichen, alle ein- und ausreisenden Personen zu zählen und die herauszupicken, die sich nicht an unsere Regeln halten."
Die Datenbank, die zur Zeit im Probebetrieb läuft und nur die Reisebewegungen auf bestimmten Routen erfasst, ist ein bisher nicht öffentlicher Teil des 2005 in die Wege geleiteten "e-border"-Programms. Ende nächsten Jahres sollen bereits 95% der Reisebewegungen erfasst werden. Untergebracht werden soll die Datenbank mit 600 Angestellten in der Nähe von Manchester. Der genaue Ort ist geheim, die offizielle Sprachregelung ist "das neue Zentrum im Nordwesten".
-- O. Langfeldt (ULD)
- ORF Futurezone 08.02.2009: Großbritannien plant Reisespion
- heise online 08.02.2009: Bislang geheime Datenbank erfasst in Großbritannien ...
- Times Online 08.02.2009: Spy centre will track you on holiday

