Medienindustrie für Netzsperren
Vertreter der Medienindustrie machen sich weiterhin für die Einführung einer "abgestuften Erwiderung" auf Urheberrechtsverstöße stark, wie heise online berichtet.
Aus der Filmindustrie kamen auf dem Kongress zur Medienwoche Berlin-Brandenburg Forderungen, Verbindungsdaten für die Bekämpfung von Urheberrechtsverstößen künftig länger aufzubewahren. Zwar gebe es einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch, die Provider würden die Daten aber bei Flatrates gar nicht oder nur für sieben Tage zugänglich machen, so Martin Moszkowicz, Vorstand von Constantin Film, der eine Ausweitung auf 14 Tage forderte. Auch Alexander Skipis, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sprach sich für Netzsperren nach französischem Vorbild aus. Diese könnten gegenüber dem Klageweg das "geringere Übel" sein.
Gegen diese Forderungen sprach sich etwa Jens Seipenbusch, Vorsitzender der Piratenpartei, aus. Er wies auf das Paradox hin, dass die Verwertungsindustrie früher den Zugang zu Werken schaffen sollte, sich nun aber für die Beschränkung des Zugangs ausspreche. Oliver Süme vom IT-Branchenverband eco sah keinen Änderungsbedarf an der Rechtslage. Warnhinweise seien etwa bereits möglich.
-- O. Langfeldt (ULD)
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