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04.01.2010
Nacktscanner sollen an immer mehr Flughäfen eingeführt werden

An immer mehr Flughäfen sollen Nacktscanner eingeführt werden; in Deutschland rechnet Unions-Innenexperte Wolfgang Bosbach mit Feldtests im Sommer, der Regelbetrieb könne einige Monate später aufgenommen werden. Dies berichten zahlreiche Quellen.

In Großbritannien hat Premierminister Gordon Brown einer schrittweisen Einführung der Scanner an weiteren Flughäfen zugestimmt. "Wir haben erfahren, dass es neue Waffen gibt, die al-Qaida benutzt", begründete er den Schritt. In Italien sollen die Scanner an den Flughäfen von Rom und Mailand eingeführt werden. "Wir haben die Mittel, sie zu erwerben, aber müssen noch den Widerstand der europäischen Datenschützer überwinden", so Innenminister Roberto Maroni. In den Niederlanden sollen die Geräte binnen weniger Wochen eingesetzt werden, in Nigeria ist ihr Einsatz ebenfalls geplant.

Auch in Deutschland sind die Scanner in der Diskussion. Die Union befürwortet ihren Einsatz eher. "In Zeiten des Massentourismus können wir auf Körperscanner nicht verzichten", so Hans-Peter Uhl (CSU). Aus dem Innenministerium heißt es, man werde die Geräte erst einführen, wenn sie drei Anforderungen erfüllten: Sie müssen jede Form von Sprengstoff identifizieren können, die Persönlichkeitsrechte der untersuchten Personen wahren und gesundheitlich unbedenklich sein. "Sie können sich sicher sein, dass Herr de Maizière keine unausgereifte Technik an den Start bringen wird", hieß es aus dem Ministerium. Eine reine Verpixelung des Intimbereichs, wie sie bei einigen Prototypen der Bundespolizei vorgenommen wird, ist nach de Maizières Ansicht eher nicht ausreichend.

Aus der Polizei kommen verschiedene Einschätzungen. Konrad Freiberg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, sprach sich für die Scanner aus. "Wir haben seit Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass es Mängel bei den Sicherheitskontrollen an unseren Flughäfen gibt", so Freiberg, man müsse die neue Technologie den Menschen bloß erklären. Auf der anderen Seite warnte Klaus Jansen, Vorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, vor einem blinden Vertrauen in Technik: "Wir müssen sehen, dass wir hier nicht einer technischen Lösung aufsitzen, die eine trügerische Ruhe verbreitet". Zudem sei es fraglich, ob die Scanner den Anschlagsversuch in Detroit hätten verhindern können. Er wies auch darauf hin, dass den US-Behörden alle notwendigen Informationen vorgelegen hätten, um den Mann nicht an Bord zu lassen.

-- O. Langfeldt (ULD)


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