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11.01.2010
Nacktscanner sollen im Sommer getestet werden

Das Bundesinnenministerium will im Sommer erste Tests mit Nacktscannern an mehreren Großflughäfen durchführen, wie der FOCUS und heise online berichten. Auf europäischer Ebene wird unterdessen noch um eine gemeinsame Linie gerungen.

Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche zufolge müsse die Scanner-Software noch optimiert werden: "Gürtelschnallen sollen herausgerechnet werden, ohne gefährliche Substanzen zu übersehen." Bedenken bezüglich des Schutzes der Privatsphäre teilt Fritsche nicht: "Die Persönlichkeitsrechte werden nach derzeitigem Stand vollständig gewahrt." Er verwies darauf, dass die Scanner wenn nichts Verdächtiges gefunden wurde, kein Bild anzeigten, sondern nur ein "Ok" geben würden. Wenn verdächtige Gegenstände gefunden werden, sollen nur die betroffenen Körperpartien in einer schematischen Ansicht angezeigt werden, die Gegenstände selbst sollen nur gelbe Vierecke symbolisiert werden. Nach Angaben des Innenministerium konnte der aktuelle Scanner-Prototyp bei einer Nachstellung des Anschlagsversuchs von Detroit den Sprengstoff entdecken.

"Das Beste wäre eine europäische Lösung, anstatt die einzelnen Staaten entscheiden zu lassen", so EU-Verkehrskommissar Antonio Tajani. Mit einer Entscheidung sei aber nicht vor Ende des Monats zu rechnen, wenn die neue EU-Kommission die Arbeit antritt. Gegen einen flächendeckenden Einsatz der Geräte sprach sich EU-Antiterror-Koordinator Gilles de Kerchove aus: "Man sollte die Geräte nicht unbedingt systematisch für alle Passagiere auf allen Strecken einsetzen". De Kerchove zufolge würde es ausreichen, wenn die Sicherheitsbehörden "bestimmte Flüge aussuchen und deren Passagiere scannen, und vielleicht einen Teil der anderen Fluggäste".

In den USA wiederum, wo ein verstärkter Einsatz der Scanner beschlossene Sache ist, sprachen sich bei einer Umfrage 78% der Befragten für die Geräte aus, 67% sagten, sie hätten keine Probleme damit, gescannt zu werden. Nur 22% würden es vorziehen, abgetastet zu werden.

-- O. Langfeldt (ULD)


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