Facebook für "Friend Finder" kritisiert
Das Soziale Netzwerk Facebook wird für die "Friend Finder"-Funktion, die auch Daten von Nichtmitgliedern verarbeitet, kritisiert. Dies berichtet ORF Futurezone.
Nutzer können ihre E-Mail-Adressbücher hochladen, um ihre Kontakte schneller zu finden. "Wenn man also nach LieseMueller@gmail.com sucht, bekommt man genau die Liese Müller, die man kennt, und muss nicht die mehr als 500 Sucheinträge zu diesem Namen durchschauen", hieß es von Facebooks Seite. Über die hochgeladenen Adressbüchern können auch Einladungen, dem Netzwerk beizutreten, verschickt werden. Nicht-Mitgliedern können ihre Adressen zwar für zukünftige Einladungen sperren lassen; dies bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass Facebook sie speichert.
"Wir finden diese Friend-Finder-Funktion problematisch. Das ist nicht akzeptabel und muss rasch wieder zurückgedreht werden", so Johannes Caspar, der Landesdatenschutbeauftragte Hamburgs. Es handele sich um eine "klare Sache", die auch juristisch ausgefochten werden müsste. Er verwies auf die Tatsache, dass es sich um Menschen handele, "die nicht Mitglieder sind und sich deshalb nicht organisieren können und über keine Lobby verfügen".
Caspar mahnte Facebook an, die Funktion einzustellen. Er wies auch auf Konkurrenten wie SchülerVZ oder Xing, die nicht so vorgehen. Eine erste Umsetzungsfrist ist zum 20.05.2010 abgelaufen, nun hat das Unternehmen bis Mitte Juni Zeit, ansonsten können Bußgelder von bis zu 300.000€ verhängt werden.
-- O. Langfeldt (ULD)
- ORF Futurezone 31.05.2010: Datenschützer gegen Facebooks Friend Finder
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