Apple hat mit Kamerafahrten in Mecklenburg-Vorpommern begonnen

Apple hat mit der Aufzeichnung von Straßenansichten und Gebäudefronten in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. So sollen bis Ende September 2020, mit mehreren Sensoren und Kameras ausgerüstete Fahrzeuge, auf öffentlichen Straßen in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs sein.

Apple gibt an, dass durch Analyse von Wegen und Verkehrszeichen, das Datenmaterial des eigenen Kartendienstes verbessert werden soll. Außerdem könnten diese Bilder der Straßen und Häuser künftig in der geplanten Funktion „Apple Look Around“ („Umsehen-Funktion“), analog dem Dienst „Google Street View“, dargestellt und im Internet veröffentlicht werden.

Personen und Kennzeichen werden unkenntlich gemacht

Apple hat gegenüber der in Deutschland zuständigen bayrischen Datenschutz-Aufsichtsbehörde (BayLDA) bestätigt, dass die Gesichter von Personen und die Kennzeichen von Fahrzeugen, vor einer Veröffentlichung automatisch verpixelt und damit unkenntlich gemacht werden sollen. Damit will Apple der Forderung der Datenschutz-Grundverordnung nach Datenschutz durch Technikgestaltung nachkommen und die Risiken der Verarbeitung personenbezogener Daten senken.

Doch auch wenn die Gesichter und die Kfz-Kennzeichen nach Angaben von Apple vor einer Veröffentlichung verpixelt werden sollen, ist nach den bisher veröffentlichen Informationen von Apple davon auszugehen, dass die Aufnahmen in nicht unkenntlich gemachter Form ( „Rohdaten“), über einen Zeitraum von bis zu 36 Monaten hinweg, weiter unverpixelt auf den Servern der USA vorliegen.

Zudem erfordert das Unkenntlich machen der eigenen Hausfassade, des Vorgartens oder des geparkten Autos, den aktiven Widerspruch des Betroffenen.

Widerspruchsmöglichkeit durch Betroffene

Apple hat dem BayLDA gegenüber bestätigt, dass Betroffene die Möglichkeit haben, sich an das Unternehmen zu wenden um zu verlangen, dass die sie betreffenden Bilder, auch in Form der Rohdaten, dauerhaft unkenntlich gemacht werden. Dafür sollte man in jedem Fall den Ort und, wenn möglich, die Zeit der Aufnahme angeben.

Wer also nicht möchte, dass Aufnahmen seines Privatgrundstücks bei Apple Look Around sichtbar sind oder meint, von einem vorbeifahrenden Kamera-Auto gefilmt worden zu sein, kann der Datenverarbeitung widersprechen und die Löschung der Rohdaten beantragen.

Ausführlichere Informationen zur Ausgestaltung der Apple Kamerafahrten, welche Kontaktmöglichkeiten Apple anbietet und wann welche Städte oder Regionen von den Apple-Fahrzeugen bereist werden, finden sich u.a. auf der Webseite des BayLDA unter:

www.lda.bayern.de/apple-kamerafahrten

Zudem stellen wir auf unserer Webseite einen Antrag auf die von Apple angebotene Löschung, in Form eines ausfüllbaren Formulars bereit, welches Sie zur Ausübung Ihrer Rechte per E-Mail an mapsimagecollection@apple.com senden können:

https://www.datenschutz-mv.de/static/DS/Dateien/Publikationen/Muster/Widerspruch_DV_Apple.pdf

Alternativ können Sie den Widerspruch auch postalisch an folgende Anschrift schicken:

Apple Distribution International
Data Protection Officer
Hollyhill Industrial Estate
Cork
Irland

Zuständige Aufsichtsbehörde

Da der Sitz der europäischen Hauptniederlassung in Irland ist, ist die irische Aufsichtsbehörde federführend für die Datenverarbeitung durch Apple in Europa zuständig. Das BayLDA nimmt alle Beschwerden aus Deutschland entgegen und leitet sie an die irische Aufsichtsbehörde weiter.