SWIFT

Nach einem zum 01.08.2010 in Kraft getretenen Abkommen zwischen der EU und den USA können letztere unter bestimmten Voraussetzungen auf Überweisungsdaten aus Europa zugreifen. Es geht hierbei um Überweisungen aus Europa in Drittstaaten. Inländische und innereuropäische (SEPA) Überweisungen sind nicht erfasst. Zuvor wurden die Daten jahrelang ohne hieb- und stichfeste Rechtsgrundlage übermittelt.

Die USA sind im Rahmen des Terrorist Finance Tracking Programs (TFTP) sehr an Finanztransaktionsdaten interessiert, weshalb sie von kurz nach den Anschlägen vom 11.09.2001 bis zum Jahreswechsel 2009/2010 über ein in den USA gelegenes Rechenzentrum des Finanzdienstleisters SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) auf europäische Transaktionsdaten zugriffen. SWIFT ist eine internationale Genossenschaft von Geldinstituten mit Sitz in Belgien, die internationale Finanztransaktionen abwickelt. Die USA sind zunächst im Herbst 2001 mit der Bitte um Zugriff auf die im US-Rechenzentrum gespeicherten Daten nach US-Recht an SWIFT herangetreten. SWIFT gewährte den Zugang; die USA griffen auf Daten von Überweisungen von Europa ins außereuropäische Ausland zu. Sie konnten hierbei Informationen zu Absendern und Empfängern und zur Transaktionshöhe erhalten. Ermöglicht wurde dies durch die Architektur des SWIFT-Netzwerks. Es wurde aus zwei Rechenzentren in den Niederlanden und den USA betrieben, die ihren Inhalt jeweils spiegelten. Ein derartiges redundantes Vorgehen ist bei Systemen, die eine hohe Ausfallsicherheit bieten müssen, üblich.Weiterlesen SWIFT



Datenschutz bei Kindern

Daten von Kindern werden in einem kaum geringeren Umfang als Daten von Erwachsenen erhoben und verarbeitet. Das beginnt mit zum Beispiel mit der Zeitungsanzeige zur Geburt des Kindes und wird fortgesetzt in Kindergarten, Schule, bis hin zur Anmeldung bei Sozialen Netzwerken wie SchülerVZ. Dabei ist ein Kind ist spätestens von dem Moment seiner Geburt an ebenso wie ein Erwachsener ein Träger von Grundrechten. Dazu gehört auch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das bedeutet, dass auch Kinder und Jugendliche Datenschutzrechte haben und damit grundsätzlich das Recht, über die Preisgabe und Verwendung ihrer personenbezogenen Daten selbst zu bestimmen.Weiterlesen Datenschutz bei Kindern



Adresshandel

Was hat Adresshandel mit Werbung zu tun?

Täglich werden wir mit Werbung konfrontiert. Diese kann anregen, aufregen oder einfach nur lästig sein. Das hängt u.a. davon ab, ob Sie sich von der Werbung angesprochen fühlen. Um das zu erreichen, benötigen Unternehmen Ihre Daten und zwar nicht nur Ihre Adresse, sondern weitere persönliche Daten, wie Ihren Name, Ihr Alter, Angaben zu Ihrem Kaufverhalten und Ihren Hobbys. Sowohl mit Ihren Adressdaten als auch mit weiteren Daten wird Handel betrieben. Gewinner dieses Geschäftes sind die Unternehmer. Für Sie als Betroffener birgt dies auch Gefahren. Denn sind Sie einmal in einem Kundenverzeichnis eingetragen oder haben Sie einmal in die Verarbeitung Ihrer Daten eingewilligt oder sind Ihre Daten sogar ohne Ihren Willen in Umlauf geraten, kann der weiteren Verwendung Ihrer Daten praktisch kaum mehr Einhalt geboten werden.

Der Adresshandel ist in den zurückliegenden Monaten ins Gerede gekommen. Grund dafür war die Feststellung, dass offenbar in großem Umfange mit illegal erworbenen Daten Handel betrieben wird. Gab es zunächst Bestrebungen, den Adresshandel insgesamt zu verbieten, beschränkte sich der Deutsche Bundestag schließlich darauf, durch eine Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes den Handel mit Adressen an strengere Voraussetzungen zu binden. Diese Neuregelungen sind zum 1. September 2009 in Kraft getreten.Weiterlesen Adresshandel