Liechtenstein: Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zum Datenschutz veröffentlicht

Das Liechtenstein-Institut führte im November 2019 im Auftrag der Datenschutzstelle des Fürstentums Liechtenstein eine repräsentative Onlinebefragung zum Datenschutz bei der Wohnbevölkerung Liechtensteins durch. Zu diesem Zweck wurden basierend auf dem Zentralen Personenregister (ZPR) in einem Zufallsverfahren 4000 Personen ausgewählt und zur Teilnahme an der Umfrage eingeladen. Mit über 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern verzeichnete die Umfrage einen erfreulich hohen Rücklauf, was als Zeichen für das grosse Interesse der Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins am Datenschutz gewertet werden kann.

Datenschutz in Liechtenstein

Datenschutz bedeutet Schutz der eigenen Privatsphäre. Jede Person soll selbst bestimmen können, was mit ihren persönlichen Daten geschieht. Dieses Selbstbestimmungsrecht wird durch das Datenschutzrecht gewahrt. Durch die sogenannte Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union (EU) wurde dieses Selbstbestimmungsrecht gestärkt. Im Zuge der Übernahme der DSGVO in das EWR-Abkommen stimmte der Landtag auch einer Totalrevision des liechtensteinischen Datenschutzgesetzes zu, welche am 1. Januar 2019 in Kraft trat.

Hohe Bedeutung des Datenschutzes

Die Umfrage zeigt, dass der Schutz persönlicher Daten für 87 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins von grosser Bedeutung ist. Ebenso findet es eine grosse Mehrheit der Bevölkerung richtig, dass die Datenschutzbestimmungen in Liechtenstein durch die neue Datenschutzgesetzgebung gestärkt wurden und dass Liechtenstein grundsätzlich über dieselben Datenschutzstandards wie die übrigen EWR-Mitglieder verfügt. Jedoch haben nur etwas mehr als die Hälfte der Einwohnerinnen und Einwohner bereits einmal von der DSGVO und einzelner Rechte wie z. B. dem Recht auf Löschung von Daten gehört.

Unterschiedliche Besorgnis über Umgang mit Daten

Obwohl der Datenschutz für die grosse Mehrheit der Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins wichtig ist, schenkt nur etwas mehr als die Hälfte Datenschutzhinweisen im Internet tatsächlich Beachtung. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben zudem an, solche Datenschutzhinweise nie oder nur selten zu verstehen. Entsprechend wichtig ist deshalb, dass die Bevölkerung über Datenschutzbestimmungen und damit ihre Rechte informiert wird. Immerhin 58 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins gaben dabei an, bereits einmal von der Datenschutzstelle des Fürstentums Liechtenstein gehört zu haben.

Starke Internetnutzung

Wie wichtig eine aktive Auseinandersetzung mit dem Datenschutz ist, zeigt sich auch in der hohen Internetnutzung in Liechtenstein. In der Umfrage gaben 85 Prozent der Befragten an, das Internet täglich zu nutzen. Damit liegt die Internetnutzung in Liechtenstein über dem EU-Durchschnitt. Das Internet wird dabei oft für soziale Netzwerke und Einkäufe genützt, obwohl die Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins in Bezug auf den Umgang mit Kundendaten nur geringes Vertrauen in Online-Shops und Social-Media-Plattformen haben.

Repräsentatives Meinungsbild gibt wertvolle Rückschlüsse

Ein Jahr nach dem Inkrafttreten der neuen Datenschutzbestimmungen in Liechtenstein verschafft die Umfrage ein repräsentatives Meinungsbild über die Einstellung der Einwohnerinnen und Einwohner Liechtensteins zum Datenschutz und lässt fundierte Schlüsse über deren Umgang mit Datenschutzhinweisen zu. Sie bildet damit eine wichtige Grundlage für die weiteren Arbeiten der Datenschutzstelle des Fürstentums Liechtenstein.

Die Studie mit den detaillierten Ergebnissen der Umfrage kann hier bei der Datenschutzstelle oder beim Liechtenstein-Institut bezogen werden.

Die Neuigkeiten der Datenschutzstelle des Fürstentums Liechtenstein können hier abgerufen werden.