Österreich: Streit um die Sicherheit der kommenden E-Gesundheitsakte

Nach dem Gezanke des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger und der Ärztekammer um die Einführung einer elektronischen Gesundheitsakte in Österreich, will nun das Gesundheitsministerium die sogenannte E-Medikation noch im Frühjahr durchdrücken und stellt eine Verordnung in Aussicht.

Die österreichische Ärztekammer hält das System der elektronischen Gesundheitsakte, ELGA genannt, für unausgereift und unsicher. In ihrem Auftrag untersuchte der Sicherheitsexperte Thomas Stubbings das System und monierte eine fehlende Zwei-Faktor-Authentifizierung. Es genüge nicht, dass Gesundheitspersonal bloß per Passwort auf die Daten zugreifen könne. „Wie man weiß, können Passwörter sehr leicht gestohlen werden“, warnte Stubbings. ELGA könnte ein lukratives Ziel für Hackerangriffe sein. Für eine digitale Krankenakte habe man 2014 laut FBI 50 Dollar bekommen können, erklärte der Sicherheitsexperte weiter.

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger teilt diese Einschätzung nicht und verweist unter anderem darauf, dass es für niedergelassene Ärzte und Patienten eine Zwei-Faktor-Authentifizierung bereits gebe.

Der Standart 24.01.2017: Elga: Österreichweite E-Medikation soll im Frühjahr starten

Kurier.at 24.01.2017: Elga ist laut Experten leicht zu hacken