Studierende entwickeln Apps zur Datenschutzsensibilisierung

Die diesjährige Lehrveranstaltung Projekt im 5. Semester des Kurses WWI2015B des Studiengangs Wirtschaftsinformatik stand unter der Motto „Datenschutz – was geht mich das an?“. Aus dem Kontakt zwischen der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) und dem Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württemberg, Dr. Stefan Brink, ergab sich der Impuls für interessante studentische Projekte. Der Landesbeauftragte hat sich, neben der typischen Tätigkeit als Aufsichtsbehörde für Datenschutz in Baden-Württemberg, der Aufgabe verschrieben, das Thema Datenschutz auch aus unkonventionellen Perspektiven zu beleuchten, um ein häufig als abstraktes Gut empfundenes Recht greifbarer zu machen.

Unter der Anleitung von Herrn Michael Schlegel und Herrn Prof. Dr. Tobias Straub erarbeiteten die Studierenden fünf Demonstratoren, um die mit der Verarbeitung personenbezogener Daten verbundenen Gefährdungen sicht- und erfahrbar machen. Das Spektrum reichte dabei von heimlichen Datenauswertungen auf Smartphones, um Nutzerinnen auf Schritt und Tritt zu verfolgen und ihr Verhalten auszuforschen, über die für Endnutzer verständliche Visualisierung der Netzwerkübertragungen des Betriebssystems und Anwendungen, bis hin zur Videoüberwachung im öffentlichen Raum und ihren Gefährdungspotentialen.

Die Studierenden ließen sich rasch für die Themen begeistern und arbeiteten das ganze Semester über mit hohem Engagement an den Prototypen ihrer Smartphone-Apps, die bei einer gemeinsamen Abschlusspräsentation vorgeführt wurden. Der zusätzlichen Motivation durch den vom Förderverein gestifteten Preis in Form von (natürlich anonymen) Online-Bezahlgutscheinen hätte es dabei gar nicht bedurft. Neben den beiden Dozenten gehörten der Jury Frau Martina Strifler als Vertreterin des LfDI, der Leiter der Geschäftsstelle des Fördervereins, Herr Thorsten Ottmüller und mit Herrn Tobias Birk ein weiterer langjähriger Lehrbeauftragter der DHBW an. Die Jurymitglieder waren der einhelligen Meinung, dass alle Präsentationen überzeugende Konzepte zeigten und diese ansprechend darstellten.

Als bestes Team wurden Felix Hau, Benjamin Siegle, Moritz Trippel, Jonas Walter und Merima Zukancic durch Herrn Ottmüller vom Förderverein geehrt. Ihre App „bFREE“ implementiert vordergründig einen kostenlosen Virenscanner mit attraktiven Features. Im Hintergrund aber ermöglicht sie einem Angreifer, jederzeit heimlich Kamera und Mikrofon zu aktivieren und sich die Aufnahmen übermitteln zu lassen, ebenso wie beliebige Dateien auf dem Gerät auszulesen oder den Standort des Smartphones abzufragen. Ihre App enthält aber auch wertvolle Hinweise, wie man sich vor böswilligen Apps schützen kann.

Die Vertreterin der Behörde des LfDI, Frau Martina Strifler, äußerte sich am Ende der Veranstaltung überaus zufrieden über die Ergebnisse. Geplant ist, die Demonstratoren im Juni in einer gemeinsamen Veranstaltung mit der DHBW und dem LfDI der Öffentlichkeit vorzustellen. Den Rückmeldungen aus dem Kreise der Studierenden zufolge, sind auch diese durch die intensive Beschäftigung mit dem Thema dazu angeregt worden, ihr eigenes Verhalten zu überdenken, getreu dem Motto „Datenschutz – das geht mich was an!“.

Die aktuellen Meldungen des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Baden-Württemberg können hier abgerufen werden.